Pandemiebedingt nur online treffen sich derzeit einige Mitglieder der Partei BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN im Amt Sandesneben-Nusse, um die Gründung eines Ortsverbandes vorzubereiten.

“2020 war nicht nur wegen Corona ein besonderes Jahr. Auch die Klimakrise und der Verlust der Biodiversität schreiten viel zu schnell voran” sagt Rodja Krückmeyer aus Sandesneben, der die Treffen mitorganisiert. “Ob wir die große Wende hin zu einer nachhaltigen Lebens- und Wirtschaftsweise rechtzeitig schaffen entscheidet sich nicht nur in Brüssel und Berlin, sondern auch hier bei uns. Wir können aber bislang leider nicht beobachten, dass Entscheidungen mit den nötigen Veränderungen im Blick getroffen werden. Deshalb wollen wir uns einmischen.”

Mit einer Fokussierung auf einzelne Themen tut sich die Gruppe noch schwer. “Es hängt ja alles zusammen – Flächennutzung und Strukturveränderung, Naturschutz, Landwirtschaft und Soziales kann nicht getrennt voneinander betrachtet werden.” so Rodja weiter. Man wolle sich daher auf Themen konzentrieren, die von den Menschen im Amt als wichtig gesehen werden. Dafür müsse man sich im Amt umhören und den Dialog suchen, auch und gerade mit den konventionell arbeitenden Landwirten.

“Wir müssen uns alle eingestehen, dass in unserer von Landwirtschaft geprägten Umgebung tiefgreifende Veränderungen nötig sind. Es kann nicht angehen, dass unsere Bauern zwischen Preisdruck, Effizienzwahn und Umweltschutzvorgaben zerrieben werden. Natürlich sind wir da auch als Verbraucher gefragt, unser Verhalten zu hinterfragen. Wir sind auf die Landwirte angewiesen, und sie auf uns.” beschreibt Roger Hatzack aus Labenz das Konfliktfeld, in dem man sich wieder fände. Sich gegenseitig zuzuhören und ein Verständnis für die jeweilige Situation zu entwickeln sei Grundvoraussetzung, um gemeinsam Probleme lösen zu können. Das gelte gerade auch über die Grenzen der einzelnen Dörfer im Amt hinweg.

Neben den großen und kleinen Themen zum Umweltschutz interessieren sich die Mitglieder der Gruppe vor allem für soziale Fragen und dafür, ob junge Menschen im Amt ihre Zukunft sehen könnten. “Ich möchte, dass meine Kinder und Enkel hier ihre Wurzeln schlagen können. Dafür müssen ihre Belange ernst genommen werden. Für Jugendliche gibt es viel zu wenig Angebote.” beschreibt Monika Hamester aus Sirksfelde. “Auch für Erwachsene gibt es ja kaum noch Möglichkeiten, miteinander zu reden. Früher gab es massig Dorfkneipen und Feste, auf denen sich die Menschen austauschen konnten. Diese Strukturen sind in den letzten Jahrzehnten verkümmert oder oft gleich ganz verschwunden. Wie soll da sozialer Zusammenhalt entstehen?”

“Wir laden alle ein, mit uns zu reden, und wir hoffen, dass sich noch weitere grünlich denkende Menschen mit uns engagieren. Unsere Treffen sind derzeit offen für alle. Parteimitglied muss man dafür nicht sein.” sagt Susanne Baumann aus Klinkrade.

Die “Grüne Ortsgruppe Sandesneben-Nusse” trifft sich derzeit immer am ersten Donnerstag im Monat online. Wer an den Treffen teilnehmen möchte, oder die Einladung zum Dialog konkret werden lassen will, kann sich per E-Mail an Julia Hamester unter juliaham75(at)gmx.de wenden oder telefonisch bei Andreas Marquardt unter 0170/2162167 melden.

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