Der Kreisverband von Bündnis 90/Die Grünen hatte zu einem Schnack mit Tobias Goldschmidt eingeladen, der für die Grünen nach der Landtagswahl das Umweltministerium leiten soll. Im Café der Domäne diskutierten rund 30 Gäste mit ihm über „Biodiversität und biologischen Klimaschutz als Chance“. Alfons Wiesler-Trapp, einer der Domänen-Pächter, hatte zuvor über das Gelände geführt und über den Biolandbau und die Tierhaltung der Hofgemeinschaft berichtet.


Anschließend referierte er zum Thema des Abends: Schwere Fahrzeuge verdichten die Böden und schaden damit der Artenvielfalt. Sterbe die Artenvielfalt, könne am Ende auch der Mensch nicht überleben, so Wiesler-Trapp. In diesem Befund waren sich der Biolandwirt und Tobias Goldschmidt wie auch Hans-Peter Grell, Vorsitzender des Kreisbauernverbandes, einig. „Wir sitzen alle in einem Boot“. Nur: was folgt daraus – jetzt wo in der Ukraine ein Krieg tobt und die Ernährungssicherheit gefährdet?

Von der politischen Konkurrenz kommen angesichts des Krieges Vorschläge wie der verstärkte Einsatz von Dünger, Ausweitung der Ölbohrungen im Nationalpark Wattenmeer oder die Verlängerung der Laufzeiten von Atommeilern. „Unsere Koalitionspartner machen da gerade eine Rolle rückwärts“, konstatierte Goldschmidt und hielt dagegen: „Wir müssten jetzt erst recht Antworten für die Zukunft geben.“ Diese Zukunft besteht für BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN in Schleswig-Holstein aus 30 Prozent Ökolandbau und einer konventionellen Landwirtschaft, die gemeinsam mit modernen Betriebskonzepten – etwa durch den Einsatz digitaler Technik – gesunde Lebensmittel hervorbringen. „Gerade hier in meinem Wahlkreis ist das ein Thema, das viele Menschen vor große Herausforderungen stellt. Darum müssen wir diesen
notwendigen Wandel auf Augenhöhe begleiten.“ stellt Susanne Baumann, grüne Landtagskandidatin für Herzogtum-Lauenburg Nord, fest.

Goldschmidt machte aber auch klar, dass das alles nicht zum Nulltarif zu haben sein wird. „Energie wird teuer bleiben“, stellte er klar. Dementsprechend würden Lebensmittel künftig mehr kosten und es sei auch eine Bildungsaufgabe, dafür zu sorgen, dass sie mehr geschätzt werden. Klar ist für ihn auch, dass um das Ziel der CO2-Neutralität zu erreichen, sich liebgewonnene Ernährungsgewohnheiten ändern müssen. Das heißt vor allem: weniger Fleischkonsum. Derzeit werden 70 Prozent der landwirtschaftlichen Nutzflächen für den Futteranbau genutzt.

„Um unsere Ziele zu erreichen, brauchen wir Preissignale und das Ordnungsrecht“, konstatierte Tobias Goldschmidt. Dass angesichts der steigenden Energiepreise nun ausgerechnet die FDP als selbsternannte Hüterin der Marktwirtschaft nach dem Staat ruft, könne er nicht nachvollziehen.

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