Die Stadtvertretung Mölln hat auf der Sitzung Mitte September entschieden: Die Stelle des Klimaschutzmanagers läuft Ende 2025 aus. CDU, FDP und FMW haben die eigentlich verabredete Entfristung gestrichen. Begründung: „Zu teuer“.
Damit verliert Mölln eine zentrale Fachkraft, die seit 2023 mit Bundesmitteln gefördert wurde und wichtige Projekte im Bereich Klimaschutz, Wärmeschutzplanung und Klimaanpassung betreut hat.
Die Grünen sprechen von einer kurzsichtigen Entscheidung. Regina Hälsig, Fraktionssprecherin:
„Sechs Jahre nach Ausrufung des Klimanotstands wird Klimaschutz in Mölln nun faktisch abgewickelt.“
Warum die Stelle für Mölln wichtig ist
Die Verwaltung hatte selbst empfohlen, die Stelle dauerhaft zu sichern. Nur so lassen sich die Maßnahmen aus dem 2022 beschlossenen Klimaschutzkonzept zuverlässig umsetzen. Besonders das Energiemanagement der städtischen Gebäude sollte künftig dazugehören – ein Bereich mit großem Einsparpotenzial.
Das Umweltbundesamt (UBA) zeigt in einer aktuellen Studie, dass Kommunen durch strukturiertes Energiemanagement 10-20 Prozent ihres Energieverbrauchs einsparen können. Das bedeutet: geringere Kosten für die Stadt und gleichzeitig weniger CO₂-Ausstoß.
👉 UBA-Studie „Klimaschutzpotenziale in Kommunen“ (PDF, 2022)
Energie wird künftig zudem teurer – auch wegen des ab 2027 europaweit startenden Emissionshandels für Gebäude, Verkehr und weitere Sektoren (siehe dazu die Informationen der EU-Kommission).
Klimaschutz rechnet sich mehrfach
„Das ist keine Sparmaßnahme, sondern eine Hypothek für die Zukunft“, erklärt Thomas Metz, finanzpolitischer Sprecher der Grünen-Fraktion. Metz weiter:
„Die Kosten von 102.000 Euro im Jahr rechnen sich mehrfach – durch Fördermittel, durch eingesparte Energie und durch vermiedene Klimafolgekosten.“
Wie teuer die Folgen fehlender Anpassung sein können, zeigt das UBA am Beispiel Starkregen: Bereits heute entstehen dadurch in Deutschland regelmäßig Schäden in Milliardenhöhe.
👉 UBA: Starkregen – Extreme Wetterereignisse
Laufende Klimaschutz-Projekte in Mölln in Gefahr
Zahlreiche Maßnahmen aus dem Klimaschutzkonzept sind bereits gestartet. Werden sie nun nicht weitergeführt, verpuffen investierte Ressourcen. „Das ist pure Verschwendung“, so Hälsig.
Besonders irritiert zeigen sich die Grünen über die Haltung der SPD, die die Notwendigkeit zwar anerkennt, aber nur eine „kostengünstigere Variante“ prüfen lassen wollte. Thomas Metz:
„Klimaschutz zum Discountpreis funktioniert aber nicht. Wir brauchen qualifizierte Fachkräfte, die auch angemessen bezahlt werden müssen.“
Klimaanpassung bleibt eine Daueraufgabe
Der Klimawandel macht keine Pause. Die Folgen der weltweiten menschengemachten Klimaveränderungen werden auch bei uns weiter zunehmen. Ohne eine qualifizierte Fachkraft fehlen Koordination, Fördermittelmanagement und Fachwissen – und es wird deutlich teurer, vor allem auch für die Steuerzahler in Mölln.
👉 Zur Bedeutung kommunaler Klimaanpassung: UBA-Kommunalbefragung Klimaanpassung 2023 (Deutscher Städtetag)
Regina Hälsig warnt:
„Hitze, Dürre und Starkregen werden Mölln weiter treffen – mit oder ohne Fachkraft. Ohne wird es allerdings deutlich teurer und schmerzhafter.“
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