Es gibt in diesem Jahr wieder ein Feuerwerk auf dem Möllner Herbstmarkt. Bündnis 90/Die Grünen in Mölln begrüßen den Herbstmarkt und die zahlreichen Gäste in unserer Stadt. Für das Feuerwerk hätte man aber bessere Lösungen finden können und müssen.
Der Herbstmarkt Mölln ist ein traditionsreiches Volksfest mit einer Geschichte von inzwischen 464 Jahren. Jahr für Jahr zieht er zahlreiche Besucherinnen und Besucher in die historische Altstadt, wo Schausteller, Musik und Begegnung für eine besondere Atmosphäre sorgen. Vom 31. Oktober bis zum 3. November 2025 verwandelt sich Mölln erneut in ein lebendiges Festgelände.
Doch während sich die Vorfreude auf das Fest vielerorts steigert, sorgt eine politische Entscheidung für Diskussionen: Der Hauptausschuss der Stadt Mölln hat im September 2025 beschlossen, das Feuerwerk zum Abschluss des Herbstmarkts nach mehreren Jahren Pause wieder zuzulassen.
Die Fraktion Bündnis 90/Die Grünen Mölln hat im Ausschuss gegen die Wiedereinführung des Feuerwerks gestimmt – als einzige Fraktion. Für die Grünen steht dabei nicht der Herbstmarkt selbst im Fokus der Kritik, sondern die Entscheidung, ein zusätzliches Feuerwerk zu genehmigen.
Regina Hälsig, Fraktionsvorsitzende der Möllner Grünen, erklärt:
„Ein zusätzliches Feuerwerk ist aus unserer Sicht weder zeitgemäß noch verantwortungsvoll. Tiere geraten in Panik, Menschen fühlen sich gestört, und die Umwelt wird belastet – für wenige Minuten Unterhaltung.“
Feuerwerk in Mölln: Belastung für Tiere und Natur
Das geplante Feuerwerk in Mölln wird wie früher im Kurpark gezündet und ist von weiten Teilen der Altstadt sichtbar. Es soll am Montagabend des Herbstmarkts stattfinden und gilt aus Sicht der Schausteller als Publikumsmagnet.
Doch gerade die Auswirkungen auf Tiere und Umwelt bereiten vielen Bürgerinnen und Bürgern Sorgen. Gaston Prüsmann, Leiter des Tierheims Mölln, warnt seit Jahren vor den Folgen:
„Viele Tiere geraten in Panik, versuchen zu fliehen oder verkriechen sich. Sie sind danach tagelang gestresst oder fressen nicht. Das wird immer noch unterschätzt.“
Seine Einschätzung deckt sich mit wissenschaftlichen Erkenntnissen. Das Max-Planck-Institut für Verhaltensbiologie weist in einer Studie nach, dass selbst kleine Feuerwerke erhebliche Fluchtreaktionen bei Wildvögeln auslösen können. Der NABU (Naturschutzbund Deutschland) betont ebenfalls die Belastungen für Tiere, aber auch für die Umwelt: Pyrotechnik verursacht Lärm, Lichtreize, chemische Rückstände und Feinstaub, der sich in Luft, Böden und Gewässern ablagern kann.
Regina Hälsig:
„Ein Feuerwerk dauert nur wenige Minuten, aber seine Wirkung ist lang – für Tiere, für die Umwelt und für viele empfindliche Menschen. Gerade Mölln, mit seiner Lage zwischen Seen und Wäldern, sollte sich der Verantwortung bewusst sein.“
Auch das Umweltbundesamt weist darauf hin, dass Feuerwerke messbare Mengen an Feinstaub und Schwermetallen freisetzen, die kurzzeitig die Luftqualität deutlich beeinträchtigen können. Und das gilt nicht nur fürs Silvesterfeuerwerk.
Familientag als Ausgleich – kein überzeugender Kompromiss
Im Hauptausschuss wurde die Genehmigung des Feuerwerks mit einem sogenannten „Ausgleich“ verbunden: Die Schausteller boten an, am Montag des Herbstmarkts einen Familientag mit rund 30 Prozent Preisnachlass bei den organisierten Betrieben zu veranstalten. Ob sich jedoch alle Beteiligten anschließen, ist offen.
Für die Grünen ist dieser Zusammenhang problematisch. Sie begrüßen den Familientag voll und ganz, lehnen aber die Verknüpfung mit der Feuerwerksgenehmigung einmütig ab.
Thomas Metz, stellvertrender Fraktionsvorsitzender:
„Ein Familientag ist eine sehr gute Idee – aber nicht als Gegenleistung für ein Feuerwerk. Das ist ein seltsamer Kuhhandel. Familienfreundlichkeit und Rücksicht auf Tiere sollten keine Verhandlungsmasse sein.“
Sabine Tetzlaff, Vorsitzende des Tourismusausschusses, ergänzt:
„Wir Grüne stehen zum Herbstmarkt und zu den Schaustellern, die ihn jedes Jahr mit großem Engagement gestalten. Aber wir wollen, dass Mölln Feste feiert, die Freude machen, ohne Tiere und Umwelt zu belasten.“
Herbstmarkt Mölln: Feste feiern – aber verantwortungsvoll
Die Grünen betonen ausdrücklich ihre Unterstützung für den Herbstmarkt Mölln als kulturelles Highlight der Stadt. Der Markt sei ein Ort der Begegnung und Lebendigkeit, der nach Kräften erhalten werden solle – aber auf moderne und nachhaltige Weise.
Aus Sicht der Grünen ist es Zeit für ein Umdenken: Statt Pyrotechnik sollte Mölln auf leisere und umweltfreundlichere Alternativen setzen, die ebenso festliche Akzente setzen können. Dazu gehören Licht- oder Drohnenshows, die in anderen Städten bereits erfolgreich erprobt wurden.
Thomas Metz:
„Ein moderner Herbstmarkt kann begeistern, ohne Tiere zu verschrecken oder die Umwelt zu belasten. Mölln kann hier mit gutem Beispiel vorangehen und zeigen, dass Tradition und Nachhaltigkeit sich nicht ausschließen.“
Die Grünen fordern die Stadt auf, solche Alternativen künftig ernsthaft zu prüfen und gemeinsam mit Schaustellern, Bürgerinnen und Bürgern neue Wege für ein zukunftsfähiges Konzept für den Schlusstag zu entwickeln.
Besucht uns auch bei Instagram: Herbstmarkt Mölln – Feste feiern, bitte ohne Feuerwerk!
Quellen: