Warum wir Grünen dem Haushalt 2026 nicht zustimmen konnten

Ansicht von Mölln mit Kirche und Altstadt vom Stadtsee aus.
Mölln hat den Klimanotstand ausgerufen, hat aber keinen Klimamanager mehr.

Die Haushaltsberatungen für 2026 in Mölln haben zu einer Entscheidung geführt, die wir für einen schweren Fehler halten: Die Stelle für Klimaschutzmanagement wurde nicht entfristet. Selbst der Vorschlag von Möllns Bürgermeister Ingo Schäper, wenigstens eine halbe, befristete Stelle einzurichten, fand keine Mehrheit. Damit ist Klimaschutz ab 2026 in Mölln ohne klare Zuständigkeit.

Diese Entscheidung betrifft nicht nur eine einzelne Stelle im Stellenplan. Sie hat weitreichende Folgen für die Zukunftsfähigkeit unserer Stadt.

Was ohne Klimaschutzmanagement wegfällt

Ohne eine zuständige Fachperson entfallen zentrale Aufgaben vollständig. Die Stadtverwaltung hat das klar benannt:

  • Es wird kein Klimaanpassungskonzept geben.
  • Das Klimaschutzkonzept wird nicht weiterentwickelt.
  • Ein Monitoring der Klimaziele findet nicht mehr statt.
  • Es gibt keine fachliche Beratung für Politik, Verwaltung oder Bürgerschaft.
  • Koordination und Kommunikation zum Thema Klimaschutz entfallen.

Diese Aufgaben lassen sich nicht „nebenbei“ von anderen Fachbereichen übernehmen. Klimaschutz braucht Koordination und Verantwortung. Wenn alle ein bisschen zuständig sind, ist am Ende niemand verantwortlich.

Sparen, das in Wahrheit Geld kostet

Die Ablehnung der Stelle wird als Sparmaßnahme verkauft. Tatsächlich ist sie ein Verzicht auf Einnahmen. Ohne Klimaschutzmanagement können viele Fördermittel nicht beantragt werden. Gelder, die Investitionen in Gebäude, Infrastruktur und Vorsorge ermöglichen würden, fließen dann an andere Kommunen – aber nicht nach Mölln.

Wer hier spart, spart nicht am richtigen Ende. Er verzichtet bewusst auf Mittel von außen und verschiebt notwendige Investitionen in die Zukunft, wo sie teurer werden.

Beschlossene Ziele ohne Umsetzung

Mölln hat sich ambitionierte Klimaziele gesetzt und den Klimanotstand ausgerufen. Diese Beschlüsse sind richtig und wichtig. Aber sie verlieren ihre Glaubwürdigkeit, wenn es niemanden gibt, der sie umsetzt.

Ziele ohne Personal bleiben Papier. Wer die Stelle für Klimaschutzmanagement streicht, entscheidet sich faktisch dafür, die eigenen Beschlüsse nicht ernst zu nehmen.

Selbst der Kompromiss wurde abgelehnt

Der Bürgermeister hat einen sehr zurückhaltenden Vorschlag gemacht: eine halbe Stelle, zeitlich befristet, mit klar begrenzten Aufgaben. Mehr Entgegenkommen ist kaum denkbar.

Dass selbst dieser Kompromiss keine Mehrheit gefunden hat, zeigt aus unserer Sicht deutlich: Es ging nicht um eine sorgfältige Abwägung der Kosten, sondern um fehlenden politischen Willen, Klimaschutz als Aufgabe der Stadt ernsthaft zu verfolgen.

Unsere Konsequenz: Ablehnung des Haushaltes

Ein Stellenplan ohne Klimaschutzmanagement ist kein zukunftsfähiger Stellenplan. Ein Haushalt, der auf diese Stelle verzichtet, ist nicht zukunftsgewandt.

Deshalb konnten wir Grünen dem Haushalt 2026 und dem Stellenplan nicht zustimmen. Nicht aus Prinzip, sondern aus Verantwortung für die Zukunft unserer Stadt.

Klimaschutz ist kein Luxus. Er ist Teil kommunaler Daseinsvorsorge – und er braucht Menschen, die ihn umsetzen.

Warum die Grünen den Haushalt 2026 in Mölln ablehnen: fehlendes Klimaschutzmanagement, entfallende Aufgaben, verlorene Fördermittel und Risiken für die Zukunftsfähigkeit der Stadt.