26.03.2011

Leserbrief zu „Nein zur Sperrung“

Die Haltung der Möllner Kaufleute ist armselig und bedauernswert. Ein Kaufmann wird zitiert: “In jedem Auto sitzen potenzielle Kunden“. Und Herr Ohldag meint, wer nicht durch Mölln fahren könne, bleibe weg. Die Kaufleute haben nichts verstanden.

 

In meiner Geburtsstadt Oldenburg i.O. sind Anfang der 60er Jahre Delegationen aus Japan oder den USA gekommen, um sich eine Fußgängerzone anzusehen. Die Bremer sind lieber in Oldenburg einkaufen gegangen als in Bremen, weil die verkehrs-freie Fußgängerzone ein viel entspannteres Bummeln möglich machte als es damals in Bremen möglich war. Die Kaufleute in Oldenburg waren die großen Profiteure der Oldenburger Fußgängerzone. Wenn ich bei Herrn Ohldag etwas einkaufen möchte, fahre ich schon lange über die Umgehungsstraße, weil es schneller geht als durch die Innenstadt mit Tempo 20.

 

Wie stellen sich die Kaufleute eigentlich Ihre Kunden vor? Es kaufen nur Autofahrer, die mit dem Auto direkt bis vor`s Geschäft fahren können? Wer sich nicht verkehrs- widrig verhalten will, muss ohnehin im Parkhaus, auf dem Mühlenplatz oder auf dem Platz am Kurparks-Eingang parken. Jeder Kunde ist also ein Fußgänger. Die weni-gen Parkplätze an der Hauptstrasse zwischen Wallstrasse und Schäferstrasse sind ohnehin immer belegt. Und keiner der Möllner Händler hat einen „Drive-In-Schalter“. Wollen die Händler ihre Waren im Vorbeifahren verkaufen? Ohne Beratung und Ge-spräch?

 

Nur weil ein paar Händler nicht die Vorstellungskraft haben, sich eine autofreie Haupt straße vorzustellen, soll aller Verkehr weiter durch die Stadt rollen. Mölln ist schon in der beneidenswerten Lage, eine leistungsfähige Umgehungsstrasse zu haben, um die uns manch anderer Ort beneidet. Aber wegen ein paar ewig gestriger machen wir nicht das aus unserem Heimatstädtchen, was wir machen könnten.

 

Mit freundlichen Grüssen

Ihr

 

 

 

Hans-Ulrich Beinke

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URL:http://gruene-kv-lauenburg.de/ov-moelln/expand/354413/nc/1/dn/1/