Bereits im Vorlauf zum Büchener Bau-, Wege- und Umweltausschuss am 8.11.2021 zeigte sich großes Unverständnis beim Orts- und Amtsverband BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN Büchen (OAV GRÜNE Büchen): Laut Tagesordnung sollte der Flächennutzungsplan zu Gunsten eines ca. 12 ha großen Gewerbegebietes „Steinkrug“ geändert werden.

„Ein Aufstellungsbeschluss für ein außerörtliches Gewerbegebiet entlang der Steinau ist aktuell nicht zu rechtfertigen. Das gültige Ortsentwicklungskonzept von Jahr 2016 sieht hier keine Gewerbeflächen vor. Des Weiteren hat die Einwohnerbefragung zur weiteren Entwicklung der Gemeinde gezeigt, dass die Bürger zusätzliche Flächenversiegelungen im Außenbereich ablehnen.“, so Jan Möller vom OAV GRÜNE Büchen.
Diese Eigeninitiative des Ausschusses erweckt deshalb den Eindruck, die Bürger sollten hier, entgegen ihren Wünschen, vor vollendete Tatsachen gestellt werden, was äußerst bedenklich ist. Dieses Vorgehen verdeutlicht, dass der Ausschuss offensichtlich die Wirtschaftsinteressen über die Wünsche der Bürger und die Dringlichkeit eines substanziellen Gemeinde-Beitrags zum Klima- und Artenschutz stellt.

In der Einwohnerfragestunde des Abends kritisierten neben einer Reihe von Einwohner*innen auch Mitglieder des OAV GRÜNE Büchen den weiterhin geplanten enormen Flächenverbrauch der Gemeinde stark. Ein Rechtfertigungsversuch des Ausschussvorsitzenden konnte nicht überzeugen, sodass am Ende sogar die Frage eines Bürgerentscheids gegen die, zunächst in der Tagesordnung aufgeführten Beschlüsse, zur Aufstellung der Flächennutzungsplanänderung und des damit verbunden Bebauungsplanes im Raum stand.

Der OAV GRÜNE Büchen begrüßt deshalb, dass nach Intervention der SPD-Ausschussmitglieder, dem spontan vorgeschlagenen Verzicht der Aufstellung neuer Pläne zum Gewerbegebiet, gefolgt wurde.
Insgesamt zeigte die sehr intensive Diskussion, wie wenig die Argumente der Verfechter dieses geplanten Gewerbegebietes überzeugen konnten. „Die betroffenen Ackerflächen als ökologisch verzichtbar anzusehen, missachtet den zukünftigen ökologischen Wandel der Landwirtschaft. Das geplante Gewerbegebiet als umweltfreundlich darzustellen, weil ja dort dann keine Mais-Monokulturen mehr angebaut würden, grenzt an eine Verhöhnung ernsthafter Bemühungen zum Klima- und Artenschutz in der Gemeinde Büchen“, so Arne Kalski vom Vorstand des OAV GRÜNE Büchen.

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